Sondervermögen schnell investieren und klug priorisieren
Eppstein steht finanziell
unter Druck. Steigende Personal-, Energie- und Sachkosten sowie zusätzliche
gesetzliche Aufgaben der Bundesebene ohne Gegenfinanzierung belasten den städtischen
Haushalt. Umso wichtiger ist es, jede zusätzliche finanzielle Möglichkeit
konsequent zu nutzen.
Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität bietet
Eppstein die Chance, notwendige Investitionen schneller umzusetzen und damit
den Haushalt zu entlasten. Für uns als CDU ist deshalb klar: Die Mittel
müssen zügig abgerufen, sinnvoll eingesetzt und dort investiert
werden, wo sie für unsere Stadt den größten Nutzen bringen.
Über dieses Ziel bestand auch in der jüngsten Beratung im Haupt-
und Finanzausschuss weitgehend Einigkeit. Die Unterschiede lagen vor allem
beim Weg dorthin.
Unsere Position lautet: klare politische Leitplanken und nachvollziehbare
Prioritäten, aber ohne voreilige Festlegungen und unnötige Bürokratie.
Das Verfahren für den Mittelabruf ist bereits durch Bund und Land stark
geregelt. Deshalb sollten wir auf kommunaler Ebene nur solche zusätzlichen
Vorgaben schaffen, die einen Mehrwert bieten.
Angesichts der angespannten Haushaltslage spricht viel dafür, bereits
geplante und umsetzungsfähige Investitionen möglichst schnell über
das Sondervermögen zu finanzieren. Je früher Fördermittel eingesetzt
werden können, desto weniger müssen entsprechende Ausgaben über
teure Kredite finanziert werden und desto weniger Zinsen muss Eppstein zahlen.
Den Vorschlag der Kämmerin Andrea Sehr, bereits umsetzungsfähige
Maßnahmen zügig anzumelden, halten wir deshalb für richtig.
Gleichzeitig wollen wir künftige Investitionen klar und transparent nach
Nutzen, Dringlichkeit, Planungsstand, Haushaltswirkung und möglichen
weiteren Fördermitteln bewerten. Dafür haben CDU und Bündnis
90/Die Grünen eine fortschreibbare Investitions- und Umsetzungsplanung
auf den Weg gebracht. Unser Grundsatz lautet: erst bewerten, dann priorisieren.
Auch die Vorschläge der SPD enthielten viele sinnvolle Gedanken. Wir
halten es aber für falsch, schon vor der Prüfung der konkreten Projekte
festzulegen, welche Arten von Investitionen bevorzugt werden sollen. Ebenso
wenig überzeugen uns verbindliche Ranglisten. Ein Feuerwehrfahrzeug,
notwendiger Brandschutz im Kindergarten oder eine Photovoltaikanlage können
aus ganz unterschiedlichen Gründen wichtig sein. Deshalb setzen wir auf
nachvollziehbare Kriterien, flexible Prioritäten und eine Entscheidung
anhand des tatsächlichen Bedarfs.
Für die kommenden Jahre wird entscheidend sein, dass wir notwendige Investitionen
ermöglichen, den Haushalt entlasten und vorhandene Spielräume nutzen.
Die finanzpolitischen Herausforderungen für Eppstein wie auch für
die meisten anderen Kommunen sind so groß wie seit Jahrzehnten nicht
mehr. Umso wichtiger ist es, dass wir sie über Parteigrenzen hinweg gemeinsam,
sachorientiert und mit Blick auf die beste Lösung für unsere Stadt
angehen.
[Philipp Heinz, Stadtverordneter][20.09.2026]