SPD im Wahlkampfmodus
Der Aktionismus, mit dem die SPD in den letzten Wochen durch Pressemeldungen
und Veranstaltungsangebote Wahlkampf betreibt, ist durchaus bemerkenswert.
Während die Partei in der vergangenen fünfjährigen Wahlperiode
in den städtischen Gremien kaum mit konstruktiven Vorschlägen präsent
war, werden nun zahlreiche, meist schwer umsetzbare Ideen vorgestellt.
Die Bürger schätzen es in der Regel nicht, wenn Parteien über
Jahre hinweg wenig Brauchbares liefern und sich dann im Wahlkampf mit Versprechungen
profilieren. Ein aktuelles Beispiel ist die Vision einer Ideenwerkstatt, deren
Ziel es ist, am Bolzplatz in der Bahnstraße in Niederjosbach einen „Freizeit-Erlebnisraum“
mit Grillplatz und Sitzgelegenheiten zu schaffen.
Dabei übersieht die SPD, dass ein ähnliches Projekt bereits vor
einigen Jahren gescheitert ist. Das Gelände samt Grillhütte wurde
damals aufgrund nächtlicher Ruhestörungen und erheblicher Verschmutzungen
missbraucht. Trotz aller gut gemeinten Appelle musste der Treffpunkt samt
Hütte aus Rücksicht auf die Anwohner geschlossen werden.
Ohne sanitäre Anlagen kann ein Gelände mit den genannten Funktionen
nicht angeboten werden. Zudem wären erhebliche Investitionen und dauerhafte
Kosten für die Unterhaltung erforderlich – Mittel, die derzeit
nicht zur Verfügung stehen. Kreative Ideen allein reichen hier nicht
aus.
Fazit; Die SPD sollte den Wahlkampf nicht mit weiteren Kuriositäten überladen
und bei neuen Vorschlägen die Bodenhaftung bewahren.
[Dr. Christoph Striedter][17.01.2026]